
Entertainment auf Rädern
Europas Autoindustrie erlebt schwere Zeiten: Zuletzt gab es Massenkündigungen und Gewinneinbrüche, die Konkurrenz aus China wird immer stärker. Auch die Politik wirkt wie ein Bremsklotz. Doch die einst stolze Branche hat durchaus Überlebenschancen. Die Pkw-Hersteller müssen nur bereit sein, alte Gewissheiten infrage zu stellen.
Was 1886 mit der Erfindung von Carl Benz begann, ist auch heute noch ungebrochen, denn wie mehrere Untersuchungen zeigen, ist die Liebe zu Freiheit und Unabhängigkeit, welche mit dem Auto einhergeht, immer noch ungebrochen. Trotzdem haben sich die Wünsche der Konsumenten geändert und das klassische Weltauto gibt es nicht mehr: Chinesen wollen techniklastige Gadgets, Amerikaner leistungsstarke Motoren und Europäer kompakte Modelle; Unternehmen müssen also auf Software, Elektroautos und autonomes Fahren setzen, um zukunftsfähig zu sein, wie Mobilitätsforscher Andreas Herrmann schreibt:
Anleitung für einen Neustart
Technik-Freaks
In China Massenmotorisierung begann erst in den späten 1990er-Jahren. Deswegen sind chinesische Konsumenten auf deutlich jünger (im Schnitt 15 bis 20 Jahre), dadurch aber auch deutlich technologie- und innovationsaffiner als Europäer. Den Chinesen ist Fahrverhalten relativ egal; für sie muss ein Auto Arbeitsplatz und mobiles Büro zugleich sein. Ein Grund, wieso chinesische Hersteller ihren Fokus auf Sicherheitssysteme und autonomes Fahren legen. Und darauf muss sich Europa einstellen, meint Beatrix Keim:
Der Pkw als Wohnzimmer
Autozukunft
E-Auto oder doch Verbrenner? Wenn es nach Fahrzeug-Experte Bernhard Geringer geht, weder noch. Vielmehr sollte man die Vorteile aus beiden Welten kombinieren. Im besten Falle in Form eines Range Extenders. Diese Fahrzeugkategorie boomt derzeit in China. Es handelt sich dabei um batteriebetriebene Fahrzeuge, die bei niedrigem Ladestand von einem winzigen Verbrenner während der Fahrt wieder aufgeladen werden können:
Das Beste aus beiden Welten
Warum China nicht unbesiegbar ist
Österreich hat eine starke Automobilindustrie: 200.000 Beschäftigte erwirtschafteten 2024 einen Produktionswert von 28,5 Milliarden Euro, größtenteils für den Export. COO von AVL List Engineering Lukas Walter erklärt, warum der Verbrennungsmotor trotz Elektrifizierung – nicht zuletzt mit Blick auf Schwellenländer und selbst China – weiterhin eine zentrale Rolle in der Antriebsentwicklung spielt:



