
So retten Sie Ihr Geld
Wir schreiben das Jahr 2030. Wieder machen sich Europäer Sorgen um ihr Geld. EZB‑Chefin Isabel Schnabel tritt vor die Kameras und sagt: „Once again, we will do whatever it takes.“ Zuvor hat ein Bloomberg‑Bot sie gefragt, wie die Notenbank auf die erneute Herabstufung von Eurobonds durch Ratingagenturen reagieren werde.
Vier weitere Jahre schleppenden Wachstums in der Eurozone seit 2026, gepaart mit unproduktiven, aber notwendigen Milliardenausgaben für Sicherheit sowie überalterungsbedingt stark steigenden Kosten des Sozialsystems, haben eine neue, tiefere Eurokrise ausgelöst. Allein die Zinszahlungen für die nationalen Schuldenberge verschlingen mehr Steuergeld als die Rüstungsausgaben.
Diesmal gerät mit Frankreich die zweitgrößte Volkswirtschaft der Union ins Wanken. Und diesmal knicken die Deutschen ein: Die Staatsschulden der Euroländer werden zunehmend gemeinschaftlich abgesichert. Um einen Kollaps der Eurozone zu verhindern, hält die EZB die Zinsen niedrig und kauft fleißig Euro‑-Anleihen. Das Inflationsziel von nahe zwei Prozent ist längst aufgeweicht.
Sparer würden bestraft
Damit werden die öffentlichen Haushalte entlastet und eine Staatspleite Frankreichs gerade noch verhindert. Während Schulden von der Inflation aufgezehrt werden, verlieren die angesparten Vermögen der Bürger, die für ihre Zukunft vorsorgen wollten und auf Sparbücher und Anleihen setzten, zunehmend an Wert.
Dieses Schreckensszenario mag nicht das wahrscheinlichste sein. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte lautet: Es gibt viele andere krisenhafte Entwicklungen, die in den kommenden Jahren die Weltwirtschaft aus der Bahn werfen könnten.
Die USA erleben derzeit im Vergleich zu Europa einen Aufschwung. Der könnte jedoch auf tönernen Füßen stehen: Laut dem Harvard‑Ökonomen Jason Furman lag das amerikanische BIP‑Wachstum im ersten Halbjahr 2025 ohne Investitionen in neue KI‑Rechenzentren bei 0,1 statt 2,2 Prozent (auf das Jahr hochgerechnet). Ein Crash des Tech‑Sektors könnte daher weitreichende Folgen haben. Der fiskalische Spielraum Washingtons für umfangreiche Hilfen wie während der Pandemie ist begrenzt. Da die US‑Staats-verschuldung inzwischen höher ist als zur Zeit des Zweiten Weltkriegs, könnte der Dollar bei einer akuten Rezession straucheln – erfahrungsgemäß wäre das für Europa kein gutes Omen.
Geld in Sicherheit
Wie kann sich der Einzelne in Zeiten der Unsicherheit langfristig vorbereiten und zugleich Chancen nutzen? Pragmaticus‑Experten werfen einen Blick auf die Bedrohungen für Euro und Dollar – und darauf, wie sich Sparer wappnen können: Lars P. Feld, Direktor des Walter Eucken Instituts und Professor in Freiburg, analysiert, ob der Dollar seinen Status als globale Leitwährung einbüßen könnte und welche Gegenmaßnahmen Washington noch im Köcher hat.
Finanzexperte Wolfgang Staudinger stellt fünf Alternativen zum Sparbuch auf den Prüfstand und widmet sich dabei auch der spannenden Frage, ob Anleger ihr Eigenheim kaufen oder mieten sollten.
5 Alternativen zum Sparbuch
Karin Wagner, Ökonomin bei der Nationalbank, erklärt jene Besonderheiten, die bei dieser Entscheidung in Österreich eine Rolle spielen sollten.
Wohnkosten in Österreich: Wer zahlt am meisten?
Und wie legen die Österreicher – zumindest vor dieser Lektüre – ihr Geld an? Und wie viel Vertrauen haben die Menschen in den Euro? Unsere aktuelle Umfrage zum Thema Vorsorge und Sparen finden Sie hier:



