Warum Bauern blockieren

Sie produzieren Nahrungsmittel, bewirtschaften das Land und sind gut organisiert. Doch die Bauern blockieren auch den Handel. Franz Fischler, einst EU-Agrarkommissar, erklärt im Podcast, warum die Agrarpolitik der EU reformiert werden muss.

Bauernprotest in Brüssel im Dezember 2025. Das Bild illustriert einen Artikel über den Reformbedarf in der EU-Agrarpolitik.
Bauernproteste legen Städte lahm: Hier in Brüssel im Dezember 2025, als die Bauern gegen das Freihandelsabkommen Mercosur demonstrierten. © Getty Images

Ohne Bauern kein Essen. Ohne Bauern keine Kulturlandschaft. Ohne Bauern kein Erholungsraum. Und trotzdem wissen die wenigsten über die Lebensrealitäten der Bauern und Bäuerinnen in der Europäischen Union Bescheid. Vor allem: Gibt es den prototypischen Bauern in dieser Form überhaupt? Das ist eine der zentralen Fragen, die Franz Fischler, ehemaliger Agrarkommissär der Europäischen Union, beantworten wird. Er analysiert das Image, dröselt die Agrarförderungen im Detail auf und zeigt, wie hochkomplex das Zusammenspiel mit anderen Wirtschaftszweigen – allen voran dem Handel – ist.

Die kurze Version: Bauer ist nicht gleich Bauer. Nicht im eigenen Land und EU-weit schon gar nicht. Fischler plädiert allerdings dringend für Reformen, auch deshalb, weil er den Blick in die Zukunft gerichtet hat. Wenn alles so bleibt, wie bisher, dann wird sich das alles nicht mehr ausgehen, prognostiziert er mit Blick auf die EU-Erweiterung Richtung Osten, dort, wo es – noch aus kommunistischen Zeiten – riesige Landwirtschaftsbetriebe gibt. Die Gemeinsame Agrarpolitik der EU müsse von Grund auf reformiert werden, mahnt er. Und erklärt im Podcast, warum das so ist.

Ein Podcast über Agrarpolitik und die Zukunft der Bauern

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Richtig wäre, dass man die Hektarfläche eines kleinen Betriebs mehr fördert als die einer großen Landwirtschaft.

Franz Fischler, Präsident des Instituts für Höhere Studien und ehemaliger Agrarkommissar
Illustration von Franz Fischler
Franz Fischler © Andreas Leitner

Über Franz Fischler

Franz Fischler ist aktuell Präsident des Instituts für Höhere Studien. Der Tiroler ÖVP-Politiker hat eine lange berufliche Karriere hinter sich. Er studierte Landwirtschaft an der Universität für Bodenkultur in Wien und begann dann, in der Landwirtschaftskammer Tirol zu arbeiten. Von 1989 bis 1994 war er Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, 1995 wechselte er nach Brüssel und war von 1995 bis 2004 Europäischer Kommissar, zuständig für die Ressorts Landwirtschaft und die Entwicklung des ländlichen Raums. Danach leitete er den Thinktank Ökosoziales Forum, von 2012 bis 2020 war er Präsident des Europäischen Forum Alpbach.

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