Wenn der Motor stottert
Am 16. Dezember prüft die EU-Kommission eine Aufweichung des Verbrenner-Aus – eine Kehrtwende inmitten einer schweren Krise der Automobilindustrie. Gewinne brechen ein, Werke schließen, China drückt die Preise. Europas einstiger Wohlstandsmotor gerät ins Schleudern.
Über einhundert Jahre lang stand das Auto für Freiheit, Spaß und ein Lebensgefühl, das ganze Generationen prägte. Es war Popkultur, Hauptdarsteller in Hollywood – und seit dem 29. Jänner 1886, dem Tag von Carl Benz’ Erfindung, vor allem eines: der verlässlichste Wohlstandsmotor Mitteleuropas.
Heute jedoch ruckelt dieser Motor gewaltig. Die deutschen Hersteller verlieren spürbar an Kraft. Gewinne brechen um 30, 50, teils 90 Prozent ein. Werke, die einst im Sekundentakt Wohlstand produzierten, stehen leer; Industrieruinen dort, wo das Rückgrat der Wirtschaft stand.
Automobilindustrie am Wendepunkt
2024 gingen 50.000 Jobs verloren – und selbst hochqualifizierte Ingenieure landen inzwischen beim Arbeitsamt. Gleichzeitig verschiebt sich das politische Koordinatensystem. Die EU-Kommission erwägt eine Aufweichung des Verbrenner-Aus ab 2035, weg vom strikten E-Auto-Kurs, hin zu Ausnahmen für Verbrenner und Hybride.
Doch für viele Hersteller kommt dieser Kurswechsel zu spät. Denn während Europa diskutiert, setzt China längst Fakten – mit günstigen Modellen, kleinen Preisen und staatlicher Unterstützung.
Was also ist passiert? Ist das Auto nur in einer tiefen Krise – oder nähert es sich dem Schicksal der Pferdekutsche? Die Antwort entscheidet über die industrielle Zukunft Europas. Wie immer liefert Auf den Punkt gebracht die wichtigsten Fakten zum Thema.
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