Wie geht digitaler Krieg?

Kriege werden nicht nur am Schlachtfeld, sondern in jedem einzelnen Haushalt ausgetragen, sagt Sicherheitsexperte Sönke Marahrens und gibt Einblick in hybride Kriegsführung.

Übungen zu Cyberwar und -sicherheit finden während der NATO-Interoperabilitätsübung CWIX am 22. Juni 2017 in Bydgoszcz, Polen, statt.
Alles digital vernetzt: Die Kommunikation am Schlachtfeld und die Koordination der Waffensysteme, doch auch private Computer sind Targets - für Propaganda und Destabilisierung. Über Social Media wird die Bevölkerung verunsichert. © Getty Images

Jede Gesellschaft kämpft mit den Waffen, mit denen sie auch Geschäfte macht. Mit diesem Zitat bringt Sönke Marahrens, Experte für Cyberwar, das Thema dieses Podcasts auf den Punkt. Es geht um den Krieg am Schlachtfeld, um Cyberwar, hybride Kriegsführung und Destabilisierungsaktionen aller Art, die die meisten gar nicht als kriegerisch wahrnehmen. Die modernen Schlachtfelder sind nicht nur in den Schützengräben, sondern überall dort, wo es Internet gibt. Sabotage von Mail-Servern, das Kappen von Unterseekabeln, Angriffe auf kritische Infrastruktur oder das Verbreiten von Falschmeldungen über Social Media: Noch nie war es für die Feinde einer freien Gesellschaft so leicht, in die Köpfe der Menschen vorzudringen. Krieg wird im 21. Jahrhundert stets auch auf einer psychologischen Ebene geführt.

Wie sich also für die zunehmend kriegerische Welt rüsten? „Die Gefahren erkennen und ernst nehmen“, sagt Marahrens, der mit großer Bestimmtheit feststellt, dass die Zeit des Friedens nach 80 Jahren zu Ende ist – und so schnell auch nicht wiederkommt. Wenn die Menschen das begreifen und sich und ihre technischen Geräte für feindliche Angriffe rüsten, wäre viel gewonnen, sagt er. Denn in einer digitalisierten Welt kämpft nicht mehr nur das Militär, sondern die gesamte Gesellschaft. Die Finnen und Schweden machen vor, wie wehrhafte Demokratien aussehen könnte.

Ein Podcast über Cyberwar und hybride Kriegsführung

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Wehrhafte Demokratien brauchen nicht nur das Militär, sondern vor allem die Gesellschaft.

Sönke Marahrens, Experte für hybride Kriegsführung
Porträt von Sönke Marahrens
Sönke Marahrens © Lengemann

Über Sönke Marahrens

Sönke Marahrens ist Experte für Cyberwar, Wargaming und hybride Kriegsführung in der Deutschen Bundeswehr und forscht am Institut für Sicherheitspolitik an der Christian Albrechts-Universität in Kiel.

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