Hantavirus: Von Mäusen zu Menschen

Wie kam es zum Ausbruch des Hantavirus in Südamerika? Der Viren-Experte Florian Krammer im Pragmaticus-Podcast über die Andes-Variante, Nager und die Lüftung auf Kreuzfahrtschiffen.

Das Hantavirus wird von unterschiedlichen Nagetieren übertragen. Die Andes-Variante überträgt sich von Maus zu Mensch und dann aber auch von Mensch zu Mensch. Wissenschaftler untersuchen regelmäßig Nager, um das Viren-Reservoir zu ermitteln.
Hanta-Viren werden von unterschiedlichen Nagetieren übertragen. Die Andes-Variante ist von Maus zu Mensch und dann aber auch von Mensch zu Mensch übertragbar. Wissenschaftler untersuchen regelmäßig Nager, um das Viren-Reservoir zu ermitteln. © Getty Images

Es waren Meldungen, die an die Corona-Zeit erinnerten. Auf dem Kreuzfahrtschiff Hondius starb Anfang Mai ein Mann an einer Variante des Hantavirus, wenig später seine Frau. Das Schiff wurde in Quarantäne gesetzt, die WHO eingeschaltet und schnell hatten Virologen eruiert, dass es sich um die Andes-Variante aus der Familie der Hantaviren handelt. Seine Besonderheit: Es springt nicht nur von Nagetieren auf Menschen über, sondern ist auch von Mensch zu Mensch übertragbar. „Es ist eine Neuweltvariante und kommt immer wieder in Südamerika vor“, resümiert der Viren-Experte Florian Krammer, der den Hantaviren seine Berufswahl zu verdanken hat.

Ein Podcast über den jüngsten Hantavirus-Ausbruch

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Es ist nicht so, dass man die Andes-Variante ignorieren kann, das Gefahrenpotenzial für eine Pandemie sehe ich aber nicht.

Florian Krammer, Direktor des Ignaz Semmelweis Instituts der Medizinischen Universität Wien

In seiner Heimat in der Steiermark werden immer wieder Menschen damit infiziert, wenn sie „zum Beispiel Garagen auskehren und auf diese Weise den pulverisierten Kot von Rötelmäusen einatmen“, erzählt Krammer. Es ist die Pumala-Variante, einige der Infizierten erkranken schwer, andere gar nicht.

Das zu verstehen, war Krammers Initialzündung, mittlerweile forscht er an Medikamenten und Impfstoffen für Erkrankte, eine Frage der finanziellen Mittel. In diesem Podcast geht es aber auch um die Infektionsgefahr auf Kreuzfahrtschiffen. Ihn als Virologen brächten keine zehn Pferde auf so ein Schiff, zu groß sei dort die Infektionsgefahr.

Florian Krammer. Er erklärt in seinem Beitrag, warum Influenza-Viren ein großes Pandemiepotenzial haben. Das zeigt aktuell auch das Vogelgrippe-Virus, H5N1.
Virologe Florian Krammer © Andreas Leitner

Über Florian Krammer

Florian Krammer hat an der Universität für Bodenkultur in Wien studiert und seine Postdoc-Ausbildung im Labor von Peter Palese an der Icahn School of Medicine at Mount Sinai, New York absolviert. Dort beschäftigte er sich vor allem mit dem Influenzavirus. Im Jahr 2014 wurde er unabhängiger Principal Investigator und ist derzeit Mount-Sinai-Stiftungsprofessor für Vakzinologie an der Icahn School of Medicine at Mount Sinai. Außerdem ist Krammer seit 2024 Professor für Infektionsmedizin am Ignaz-Semmelweis-Institut der Medizinischen Universität Wien.

Er konzentriert sich auf das Verständnis der Mechanismen von Interaktionen zwischen Antikörpern und viralen Oberflächenglykoproteinen und auf die Umsetzung dieser Arbeit in neuartige, breit schützende Impfstoffe und Therapeutika. Sein Hauptfokus ist das Influenzavirus, aber er arbeitet auch an Coronaviren, Flaviviren, Hantaviren, Filoviren und Arenaviren. Er hat mehr als 400 Arbeiten zu diesen Themen veröffentlicht.

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