Landwirtschafts-Umfrage: Handel setzt Bauern unter Druck
Die Mehrheit der Österreicher schätzt den Beitrag der Landwirte zur Landschaftspflege und beklagt den vom Handel ausgehenden Preisdruck. Alle Ergebnisse unserer aktuellen Landwirtschafts-Umfrage.

Österreichs Bauern haben in der Gesamtbevölkerung ein gutes Image. Doch eine Mehrheit sieht den stolzen Stand unter wirtschaftlichem Druck, wie eine aktuelle Umfrage von Unique Research im Auftrag des Pragmaticus ergab. Die stark gestiegenen Lebensmittelpreise kämen den Landwirten nicht zugute, vermutet eine Mehrheit der Befragten: Der Handel übe zu großen Druck auf sie aus.
Ergebnisse der Landwirtschafts-Umfrage
Sowohl in den Städten als auch am Land ist man sich einig, dass die wirtschaftliche Lage der Bauern nicht rosig, aber auch nicht fatal ist.
Bei den staatlichen Förderungen setzt die Bevölkerung klare Prioritäten: Eine relative Mehrheit ist der Ansicht, dass diese in erster Linie der Sicherung der Lebensmittelversorgung dienen sollen. Deutlich weniger wichtig erscheinen Umwelt- und Klimaschutz als Förderziele. Höher gewichtet werden dagegen Maßnahmen zur Einkommensabsicherung der Landwirte sowie zur Dämpfung der Lebensmittelpreise für die Konsumenten.
Ganze 60 Prozent der Befragten glauben, dass der Handel einen starken Preisdruck auf die Landwirte ausübt.
Den Landwirten wird von der Bevölkerung nicht nur ihre Rolle als Lebensmittelversorger angerechnet. Knapp die Hälfte der Befragten ist der Meinung, dass Landwirte den größten Beitrag zur Pflege der Kulturlandschaft leisten.
Regional soll es sein
Beim Einkauf von Lebensmitteln ist für die Befragten nicht in erster Linie der Preis ausschlaggebend. Trotz der anhaltenden Teuerung legen sie größeren Wert auf die regionale Herkunft der Produkte. Herkunft und Regionalität spielen damit eine wichtigere Rolle als möglichst günstige Preise.
Politologe und Meinungsforscher Peter Hayek sieht in der aktuellen Umfrage eine nüchterne, aber wertschätzende Sicht der Bevölkerung auf die Landwirtschaft. „Die Österreicherinnen und Österreicher sehen die Landwirtschaft nüchtern – und mit Wertschätzung“, sagt Hayek. Die wirtschaftliche Lage der Betriebe werde mit 3,2 von 5 Punkten zwar eher angespannt als gut bewertet, zugleich hält eine klare Mehrheit den Preisdruck des Lebensmittelhandels auf die Landwirte für groß oder sehr groß.
Bei den Erwartungen an die Agrarförderungen stehe die Sicherung der Lebensmittelversorgung klar im Vordergrund, während bäuerliche Einkommen, günstige Preise und Klimaschutz von der Bevölkerung als nachrangige Ziele gesehen würden. Zudem schreibt fast jeder Zweite den Landwirten den größten Beitrag zur Pflege der Kulturlandschaft zu. „Die Landwirtschaft war und ist der Bevölkerung ein Anliegen“, betont Hayek. Das zeige auch die starke Verankerung des Bauernstands in der öffentlichen Wahrnehmung.
