Wo sind all die 100-Jährigen hin?
Blaue Zonen sind eine der erfolgreichsten Geschichten der modernen Langlebigkeitsforschung: Es sind Orte, an denen Menschen besonders alt werden. Es gibt sie nur leider nicht.

Auf den Punkt gebracht
- Blaue Zonen. Regionen wie Sardinien oder Okinawa gelten als Orte außergewöhnlicher Langlebigkeit – doch die wissenschaftliche Grundlage dafür ist umstritten.
- Verzerrung. Kleine Fehler in Altersangaben können sich im hohen Alter massiv verstärken und so ein völlig falsches Bild der menschlichen Lebenserwartung erzeugen.
- Wunschdenken. Eine der ursprünglichen Blauen Zonen wurde offenbar nicht aufgrund einer systematischen demografischen Analyse ausgewählt, sondern auf Wunsch eines Redakteurs.
- Millionenbusiness. Hinter der Forschung zu den Blauen Zonen steht eine große Industrie, deren Akteure teilweise zugleich forschen, validieren und vom Geschäft profitieren.
Ein prominentes Who's-who der Altersdemografie-Forschung – ja, das ist ein wenig das Äquivalent zu „weltberühmt in Hinterdupfing“ – hatte einen Brief über mich unterzeichnet. Ich hatte auf dem Gebiet der Demografie Unruhe gestiftet, und man war darüber verärgert.
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Die Professoren und Kollegen hatten ihre Erwiderung an einem völlig natürlichen und normalen Ort für eine akademische Debatte veröffentlicht: auf der Website eines gewaltigen US-Unternehmens namens „Blue Zones“, zu dem sie alle offenbar eine Verbindung hatten.
„Wir schreiben, um gegen ein kürzlich erschienenes, akademisch irreführendes und zutiefst mangelhaftes Preprint-Paper eines Kritikers zu protestieren, der keine akademische Ausbildung oder Expertise in Demografie, Gerontologie oder Geriatrie besitzt und keine Publikationshistorie in diesen Fachgebieten vorweisen kann.“
Blaue Zonen der Langlebigkeit
Als Senior Research Fellow für Demografie an der Universität Oxford, der gerade erst ein weiteres demografisches Papier veröffentlicht hatte, während er am dortigen Institut für Demografie tätig war, war mir das relativ neu. Ich fand es zudem, das muss ich zugeben, ziemlich komisch.
Um zu verstehen, was passiert war, braucht es eine kurze Einführung. Die Menschen sind besessen von Langlebigkeit, davon, die 100 zu überschreiten, und genau das soll eine „Blaue Zone“ angeblich sein: eine Weltregion, in der Menschen in bemerkenswertem Ausmaß über 100 Jahre alt werden. Die Idee wird seit zweieinhalb Jahrzehnten in wissenschaftlichen Arbeiten untersucht und hat parallel dazu eine gewaltige Industrie hervorgebracht, die die Geheimnisse der Langlebigkeit und des „Hundertwerdens“ verkauft – passenderweise unter dem Namen Blaue Zonen. Es ist ein wissenschaftliches Konzept, das gleichzeitig ein Geschäft ist – mit den damit verbundenen offensichtlichen Problemen.
Den Befürwortern zufolge werden die „Zonen“ durch sorgfältige Prüfung der Lebensdaten einer Person ermittelt. Die Validierung jedes über Hundertjährigen hängt davon ab, private Unterlagen offenbar in außerordentlichem Detail zu untersuchen und dabei nach Fehlern zu suchen. Da diese Unterlagen oft nicht öffentlich geteilt werden können, erfordert der zweite entscheidende Schritt die ehrliche Meldung jedes entdeckten Fehlers. Es amüsierte mich daher ein wenig, dass die Blaue-Zonen-Demografen öffentlich offenbarten, sie hätten nicht erkennen können, dass der Forschungsstipendiat für Demografie, der am Oxforder Zentrum für demografische Wissenschaft demografische Papiere veröffentlicht, tatsächlich Demograf ist.
Diese Behauptung war eine Art beruflicher Fauxpas, der entweder außerordentliche Inkompetenz oder eine außerordentliche Fähigkeit zur Lüge offenbarte.
Das Fachgebiet trug bereits zu viel angehäufte Peinlichkeit mit sich, um der Realität ins Auge zu blicken.
Wenn die Blaue-Zonen-Demografen meine biografischen Daten nicht einmal öffentlich korrekt (oder ehrlich) einordnen konnten – warum sollte man ihnen dann vertrauen, biografische Daten für ein privates Unternehmen im Verborgenen zu validieren? Das, dachte ich, müsste das Ende ihrer Glaubwürdigkeit als unvoreingenommene und unfehlbare Spürhunde bedeuten.
Ich lag falsch. Die schamlose Lüge – oder der hartnäckige und unglaubliche Irrtum – reichte nicht aus, um die Gläubigen zu erschüttern. Das Fachgebiet trug bereits zu viel angehäufte Peinlichkeit mit sich, um dieser Realität ins Auge zu blicken.
Am Anfang: Ein falsches Paper
Ich mache mich schuldig, eine Geschichte mittendrin begonnen zu haben. Lassen Sie mich zurück zum Anfang gehen, um zu zeigen, warum eine Entschuldigung so schwerfiel, und Ihnen einen besseren Überblick über das Hinterdupfing namens Demografie zu geben.
2016 schickte mir ein Kollege ein Papier über das Altern, veröffentlicht in Nature – und es war falsch. Nicht ein wenig falsch, sondern astronomisch und verblüffend falsch, bis zu dem Punkt, dass es einem Pappmaché aus zerfetzten Tweets und Gedankenblasen glich.
Es war kompletter Unsinn – und niemand in der Demografie bemerkte es.
Die Autoren waren zu dem Schluss gekommen, sie hätten einen Beweis dafür, dass der Mensch eine maximale Lebensspanne hätte. Sie hatten aber bei fast allen ihren Altersdaten versehentlich die Überlebenswahrscheinlichkeiten auf null gerundet, weil sie die falsche Spalte einer Tabelle verwendet hatten. Da eine Datenreihe, die größtenteils aus Nullen besteht, sich über die Zeit kaum verändert, schlossen sie, das menschliche Überleben habe eine unüberschreitbare Grenze erreicht. Sie veröffentlichten das in Nature, als eines der zwanzig meistbeachteten Paper des Jahres 2016. Es war kompletter Unsinn – und niemand in der Demografie bemerkte es.
Ein Papier in Science konterte daraufhin mit dem gegenteiligen Schluss: Das menschliche Überleben kenne keine Grenzen. Wie das? Von 861 möglichen Optionen wählte dieses Team das empirisch verzerrteste, am schlechtesten passende Modell, indem es annahm, die „mittlere Lebensphase“ reiche von 65 bis 80 Jahren. Jeder andere Altersbereich, angewandt auf dasselbe Modell und dieselben Daten, ergibt kein Resultat. Es war entweder ein außerordentlicher Zufall oder Forschungsbetrug. Angesichts ihrer Reaktion würde ich Letzteres vermuten.
Nachdem ich zwei dermaßen schlechte Paper gesehen hatte, war ich fasziniert. Das gesamte Fachgebiet war eine Katastrophe. Ich musste wissen, warum.
Kleine Fehler mit großen Folgen
Glücklicherweise stieß ich beim Entlarven dieser Paper auf eine mögliche Antwort. Eine, die nahelegt, dass unsere gesamten Altersdaten statistischer Datenmüll sein könnten. Die Logik war einfach: Stellen Sie sich vor, jemand macht bei den Urkunden von nur dreißig vierzigjährigen Menschen einen Fehler. Aus Versehen wird notiert, sie seien fünfzig Jahre alt – etwa bei einem Migranten ohne Geburtsurkunde. Solche Fehler sind Routine und unentdeckbar: In der US-Volkszählung 2020 betreffen Altersfehler mindestens 5 bis 9 Prozent der Bevölkerung.
Die zufällige Fehlerquote explodiert lautlos.
Diese unentdeckbaren Fehler landen dann in einer Population von, sagen wir, 100.000 echten Fünfzigjährigen – eine winzige Fehlerquote von 0,03 Prozent. Was passiert nun? Nun, die „Fehler“ sind biologisch jüngere Menschen, deren jährliche Sterberate weniger als halb so hoch ist wie die der Menschen mit korrekten Papieren. Dadurch wird der Fehleranteil an der Bevölkerung mit zunehmendem Alter exponentiell größer. Das setzt sich fort, bis, sagen wir, im Alter von 102 Jahren alle echten 102-Jährigen verstorben sind und etwa fünf 92-jährige „junge Lügner“ übrig bleiben. Mit ihren unentdeckbar gefälschten Papieren, die „Alter: 102“ behaupten. Die zufällige Fehlerquote ist lautlos explodiert: von 0,03 Prozent in der Lebensmitte auf 100 Prozent im hohen Alter.
Dieser mathematische Prozess legt nahe, dass nahezu alle Altersdaten im hohen Alter unentdeckte Fehler sein müssten. Diese Hypothese scheint sich zu bestätigen.
Blaue Zone Malawi?
Meine Ergebnisse wurden 2019 veröffentlicht. Sie gewannen 2024 einen Ig-Nobelpreis. In all der Zeit hat niemand in über hundert Seiten offenem Code und offenen Daten einen technischen Fehler gefunden. Niemand in der Demografie hat echte Erklärungen für die Muster, und die meistgehassten demografischen Studien aller Zeiten enthalten eine Fülle unbestrittener Befunde. Die Muster sind vernichtend. In den USA etwa sank die Zahl der über 110-Jährigen um 80 Prozent, als Geburtsurkunden eingeführt wurden. In Europa sind die Regionen mit der extremsten Langlebigkeit nicht Schweizer Enklaven oder skandinavische Paradiese, sondern innerstädtische Bezirke wie Tower Hamlets in London und postkoloniale Gebiete wie Guadeloupe.
Einige statistische Auffälligkeiten wirken epidemiologisch fast unmöglich: Über 90 Prozent der Menschen, die – angeblich nachweislich – über 110 Jahre alt wurden, starben nach 1990 in Ländern, in denen für mindestens 95 Prozent aller Todesfälle eine Sterbeurkunde vorliegt.
Merkwürdigerweise hatten aber ausgerechnet bei dieser Altersgruppe nur 8 bis 15 Prozent eine Sterbeurkunde. Zu diesem Ergebnis kam das Max-Planck-Institut für demografische Forschung in Rostock nach einer gründlichen Überprüfung. Obwohl die Forschenden alle unvollständigen Unterlagen konsequent aussortierten, blieb am Ende eine Gruppe von Verstorbenen ohne Sterbeurkunden übrig. Wie es sein kann, dass es gerade bei den ältesten Menschen plötzlich keine Sterbeurkunden gibt, weiß niemand.
In Europa sind die Regionen mit den extremsten Altersrekorden nicht Schweizer Enklaven oder skandinavische Paradiese, sondern innerstädtische Bezirke wie Tower Hamlets in London und postkoloniale Gebiete wie Guadeloupe.
Am schockierendsten war eine Auswertung von UN-Daten. Sie ergab, dass laut den Regierungen dieser Welt und der Bevölkerungsabteilung der Vereinten Nationen die wahrscheinlichsten Orte, um 100 zu werden, Regionen wie Malawi und die Westsahara sind.
Gelöschte Daten zur Langlebigkeit
Statt Erklärungen für diese Muster zu liefern, die durch offene Daten und offenen Code gestützt werden, produzierte alle Welt Hassmails. Wie in einem Yogakurs in einer Nudistenkolonie waren die Reaktionen ein wenig zu enthüllend.
Als etwa das Datenteam der New York Times meinen Befund zu den fehlenden Geburts- und Sterbeurkunden nachvollziehen wollte, stellte sich heraus, dass das Max-Planck-Institut in Rostock die Daten schlicht gelöscht hatte. Nicht nur aus der aktuellen Datenbank, sondern aus sämtlichen vergangenen und gegenwärtigen Fassungen ihrer versionierten Datenbanken. Datensätze, die eigentlich nie verändert werden sollten, wurden verändert. In den Änderungsprotokollen fand sich kein Hinweis auf diese Änderung, und es wurde nie eine Erklärung dafür geliefert, warum.
Das gesamte Geschäft des Unternehmens Blue Zones hängt von der Idee ab, dass Blaue Zonen real sind.
Die Datensätze verschwanden einfach im Gedächtnisloch, und die demografische Wissenschaft machte weiter, als hätte es sie nie gegeben. Das Team der New York Times musste die echten Daten stattdessen aus einem Archiv ausgraben – und bestätigte damit die verheerenden Zahlen.
Es folgte weiteres Doppeldenken.
Erinnern Sie sich an das gewaltige Unternehmen, das mit der Wissenschaft verbunden ist? Die meisten „Blauen Zonen“ – die Regionen mit besonders vielen Hundertjährigen – wurden von Dan Buettner entdeckt, dem Eigentümer des Blue-Zones-Unternehmens, und den zahlreichen Demografen, die er finanziert. Buettners Unternehmen ist riesig – ein Teil davon wurde kürzlich für 78 Millionen US-Dollar verkauft und wird nun von Buettner zurückerworben. Das gesamte Geschäft des Unternehmens hängt von der Idee ab, dass Blaue Zonen real sind.
Wie eine Blaue Zone plötzlich verschwand
Eine der fünf ursprünglichen, echten Blauen Zonen war Loma Linda, Kalifornien, von Buettner entdeckt zwischen zwei achtspurigen Autobahnen, einem Costco-Supermarkt und einem Hügel. Doch 2019 wies ich darauf hin, dass die offiziellen US-Daten zur Langlebigkeit für Loma Linda völlig unauffällig waren. Ich setzte Buettner und seine Demografen daraufhin unter Druck, Antworten zu liefern.
Nach einiger Zeit gestand Buettner Science und der New York Times die Wahrheit ein. Loma Linda war durch keinerlei sorgfältigen demografischen Validierungsprozess entdeckt worden – es wurde ausgewählt, weil sein Redakteur bei National Geographic ihm gesagt hatte, er müsse „Amerikas Blaue Zone finden“. Buettner behauptete daraufhin, er habe sich während fast zwanzig Jahren intensiver Vermarktung „nie die Mühe gemacht“, Loma Linda wieder von der Liste zu streichen. Niemand hat sich bislang getraut zu erklären, warum die beteiligten Demografen das nie bemerkten. Die Autoren von über 100 wissenschaftlichen Arbeiten über Langlebigkeit in Loma Linda wurden merkwürdig still.
Doch eine letzte Absurdität steht noch bevor.
100 werden? Plötzlich doch nicht so wichtig
Die Idee der „Blauen Zonen“ ist, dass Menschen dort in bemerkenswertem Ausmaß über 100 Jahre alt werden. Das steht auf den Buchdeckeln und in den Dokumentationen. Es steht von Anfang an in der wissenschaftlichen Literatur. Es ist die eigentliche Grundlage des gesamten Konzepts.
2019 erklärte mir Dan Buettner, ich könne diese Definition ändern, wie es mir beliebe – wenn ich mit ihm eine bezahlte Auslandsreise unternehme. In seinen eigenen Worten sagte Buettner, der Entdecker und Markeninhaber der Blauen Zonen, er möge „meinen Mut und mein statistisches Können.“ Er offenbarte mir: „Wir könnten über eine neue Definition sprechen. Ich habe ein ordentliches Budget, wir könnten das ordentlich machen – wir könnten tatsächlich dorthin reisen und die Altersverifikation gemeinsam durchführen.“ Ich sagte ihm, in deutlichen Worten, Nein.
Nun, im Jahr 2026, wird die Definition dennoch geändert – von einem Team, das gerade eine Reise nach Sardinien unternommen hat und genug Geld auftrieb, um ein ganzes Institut zu finanzieren. Wir haben, nachdem 25 Jahre lang das Geheimnis des „Hundertwerdens“ beworben wurde, eine neue Definition der „Blauen Zonen“. Weil man laut dem Demografen S. Jay Olshansky „keine Zählung der Hundertjährigen braucht – sie ist völlig irrelevant“.
Wie schon Loma Linda und die Sterbeurkunden-Daten verschwindet auch das im Gedächtnisloch.
Zurück nach Hinterdupfing
Das ist nur ein kleiner Ausschnitt der Probleme, die ich in der Forschung zur Langlebigkeit aufgedeckt habe. Ich habe ein ganzes Buch namens Morbid geschrieben, das im Oktober auf Deutsch erscheint, gespickt mit Vorwürfen russischer Spionage, Möchtegern-Vampiren, einem französischen Leichenkampf und einer Joghurt-Verschwörung.
Das einzige Rätsel, das für die meisten Journalisten übrig bleibt, ist die Frage, die sie alle stellen, die letzte Verteidigungslinie der Proponenten der „Blauen Zonen“. Der einzige Teil des offenen Briefs, der wahr zu sein scheint. Warum ist das Paper, das ich schrieb – jenes, das den von drei Nobelpreisträgern verliehenen Ig-Nobelpreis gewann – nicht begutachtet und veröffentlicht?
Es hat im Februar 2025 erstaunliche neun Peer-Reviews durchlaufen, die ich alle veröffentlicht habe, und trotzdem weigert sich das Journal, das Paper zu veröffentlichen oder abzulehnen.
Vielleicht sollte ich ihnen sagen, dass die Antwort in Loma Linda liegt. Eventuell auch in Hinterdupfing.
Warum? Ein Hinweis kommt von Gianni Pes, der 2024 erklärte: „Weil das Feld der Blauen Zonen so klein ist … landet praktisch jeder weltweit über Blaue Zonen geschriebene Artikel auf unseren Schreibtischen.“ In der Tat. 2026 veröffentlichten Pes und ein weiterer Sardinien-Reisender, Professor Austad, ebenfalls ein beruhigendes Paper, in dem sie zwei der „vier ursprünglichen“ Blue Zones erneut validierten (es waren eigentlich fünf, aber Loma Linda wurde ja getilgt, erinnern Sie sich?) und erklärten, es bestünden keine Interessenkonflikte.
Unabhängig davon wird Pes als Mitglied „unseres Teams“ bei den Angestellten des Blue-Zones-Unternehmens geführt und ist der designierte Gründungsdirektor des „Blue Zones Institute“, finanziert vom gewaltigen, privaten Blue-Zones-Unternehmen. Sein Koautor Professor Austad hat zudem – wie es der Zufall will, einen Monat nachdem er die sardische Blue Zone validierte – bekanntgegeben, dass das Institut, dessen Vorsitzender er ist, eine neue „Partnerschaft“ mit dem Blue-Zones-Unternehmen eingegangen ist.
Diese Leute scheinen das Kommando über das Feld der Demografie zu haben, und sie werden kaum bereit sein, weitere Kritik zuzulassen. Also werden die Journalisten auch morgen noch fragen, warum mein Paper nicht veröffentlicht wird, wenn es doch das Peer-Review bestanden hat. Vielleicht sollte ich ihnen sagen, dass die Antwort in Loma Linda liegt. Eventuell auch in Hinterdupfing.
Conclusio
Faktenlage. Extreme Altersangaben brauchen belastbare Belege. Wo Daten fehlen, verändert oder nicht nachvollziehbar sind, müssen auch etablierte wissenschaftliche Erzählungen hinterfragt werden.
Interessenskonflikte Die Blaue-Zonen-Debatte handelt nicht nur von Hundertjährigen, sondern von Datenqualität, wissenschaftlichen Standards und Interessenkonflikten. Gerade attraktive Versprechen über ein langes Leben verdienen besonders kritische Prüfung.
Verkaufsschlager. Wissenschaft braucht offene Daten, nachvollziehbare Methoden und transparente Interessenkonflikte. Fehlen diese Grundlagen, sollte man nicht vorschnell Rezepte für ein langes Leben verkaufen.


