Neustart für Österreich: Rettet das Gesundheitssystem

Österreichs Gesundheitssystem ist kurz vor dem Kollaps, warnt der Gesundheitsökonom Ernest Pichlbauer im Pragmaticus Podcast und sieht nur eine einzige Lösung zur Rettung des siechen Apparats.

Linie auf einem Herzschlag-Kardiogramm. Das Bild illustiert einen Podcast über das österreichische Gesundheitssystem.
Das System am Laufen halten und trotzdem Strukturen verändern, das sollten Reformen bringen, denn Stillstand gefährdet die Versorgung von Kranken. Und das soll vermieden werden. © Getty Images

Bund, Länder, Gemeinden, fünf verschiede Krankenversicherungsträger, Ärzte- und Apothekerkammer, Pensionsversicherung, private Versicherer: Das Gesundheitssystem ist intransparent und ein Wust aus 1900 Finanzströmen. Die Versorgung ist am Anschlag, warnen alle, die es von innen kennen. Bald werden die Leistungen für Kranke nicht mehr in der Form erbracht werden können, die dem besten Standard entsprechen, ist der Gesundheitsökonom Ernest Pichlbauer überzeugt.

Das als bestes Gesundheitssystem der Welt beschworene Versorgungsnetz zerbricht. Seine Prognosen sind düster. Ohne Reformen ist der Zusammenbruch des Gesundheitssystems unausweichlich. Und was wird dann passieren? Private Versicherungen werden Parallelstrukturen aufbauen und das solidarische Modell, das bislang allen die gleiche Behandlung sichert, wird sich selbst aushebeln. Nur ein Schulterschluss aller Parteien könnte das aufhalten und dringend notwendige Reformen einleiten.

Ein Podcast über das kranke Gesundheitssystem

Mit dem Laden des Inhalts akzeptierst du die Datenschutzerklärung von Spreaker.

Die Privatversicherungen werden aktuell noch von der Verfassung gehemmt, aber ich gehe davon aus, dass sie schon daran arbeiten, ein Parallelsystem zu errichten.

Gesundheitsökonom Ernest Pichlbauer
Illustration von Ernest Pichlbauer
Ernest Pichlbauer © Andreas Leitner

Über Ernest Pichlbauer

Ernest Pichlbauer ist Gesundheitsökonom und kommentiert seit vielen Jahren die Stärken und Schwächen unsereres Versorgungssystems. Er ist Medizinier, hat als Pathologe am Wiener AKH gearbeitet und ist dann in die Versorgungswissenschaften gewechselt. Er hat am ÖBIG gearbeitet und ist heute selbständig.

Möchten Sie mehr hören? Sie finden alle bisherigen Folgen hier.

Aus der Serie

Unser Newsletter