Ski, Schnee und Pistengaudi

Wer so richtig Skifahren will, muss immer höher hinaus. Wohin? Hier finden Sie die entscheidenden Zahlen zur Lage der Skination Österreich.

Illustration von zwei Snowboardern und einem Skifahrer, die mit Schwung eine blaue, rote und schwarze Piste hinunterfahren. Zwei weitere Skifahrer ziehen weiße Spuren im Schnee. Die Illustration ist Teil einer Statistik und weiteren Fakten über Schnee, Schneemengen, Prognosen zu Schneefallmengen, Gletschern und Skigebieten in Österreich.
Wieviel Spaß die Pisten bringen, hängt unter anderem von den Schneemengen ab. © Florence Bouchain

Das unschöne Faktum vorweg: Schnee ist ein zunehmend kostbares Gut. Je wärmer, desto weniger Schnee. Die Prognosen von Geosphere Austria sind nicht gut. Selbst in einer „nur“ 1,5 Grad wärmeren Welt werden es in wenigen Jahrzehnten 25 bis 30 Schneetage weniger sein als im Mittel 1991 bis 2020. Da waren es noch 68 Tage. Im Durchschnitt.

1. Schnee, klimatisch

Dass man in den kommenden Jahrzehnten noch Skifahren kann, ist nicht sicher. Als Schneetag gelten in dieser Grafik jene Tage, an denen auf 1.000 Metern eine Schneehöhe von 10 Zentimetern erreicht wird.

2. Schnee, ökonomisch

In Österreich ist das Skifahren ein entscheidender Wirtschaftsfaktor. Die Wirtschaftskammer rechnet Folgendes vor: 50 Millionen Skier Days jährlich bringen 12,6 Milliarden Euro Umsatz sowie 6,7 Milliarden Euro direkte und indirekte Wertschöpfung. Eine Wintersaison beschäftigt typischerweise 280.000 Menschen an Skipisten, Seilbahnen, in Restaurants und Hotels. Im letzten Winter verzeichneten die Skigebiete über 20 Millionen Ankünfte. Hier sind die Skigebiete mit den meisten Liften:

3. Unten ist teuer ...

Skigebiete, die weiter unten liegen, sind teuer im Erhalt, ohne Beschneiung geht gar nichts, und selbst für die braucht man halbwegs niedrige Temperaturen. Ein Kubikmeter künstliche Flocken kosten derzeit rund vier Euro. Hier sind die Talstationen unter 900 Meter:

Wieviele Schneekanonen in Österreich ihren Dienst tun, weiß übrigens niemand wirklich genau, dafür gibt es viel zu viele verschiedene, von ganz klein bis ganz groß. Die Schätzung von 33.000 Stück jedenfalls geistert schon seit mehreren Jahren durch die Medien.

4. ... Oben aber auch

Die Gletscher-Skigebiete sind „dauerhafte Großbaustellen“, kritisiert Benjamin Stern vom Alpenverein. Mit einem Ski-Lift ist es nämlich nicht getan. Für die Pisten muss beständig Geröll verschoben, planiert und abgesichert werden. Auch vorm Beschneien sind die Betreiber nicht gefeit. Einen weiteren Ausbau, etwa am Gepatschferner, lehnt ein Großteil der Österreicher aber ohnehin ab.

5. Trotzdem: Es macht Spaß

Der norwegische Uller, der Gott des Winters, war noch nicht aus Spaß an der Freud' per Ski unterwegs. Er war auf der Jagd. Darstellungen von Uller belegen allerdings, wie alt das Skifahren ist, es ist eine Kulturtechnik, die viele Jahrtausende alt ist. So fanden Archäologen im Altai-Gebirge etwa 8.000 Jahre alte Ski, in Norwegen existieren Felszeichnungen Ski-fahrender Jäger und Jägerinnen, die 11.000 Jahre alt sind.

Der Ski-Sport selbst mit Abfahrtslauf, Skispringen und Wettbewerben kommt ebenfalls aus Norwegen. Es war ein bäuerlich-dörfliches Vergnügen, das erst mit dem Aufkommen des Tourismus eine große Verbreitung fand. Im Freizeitsport hatte dann aber Österreich schnell die Nase vorn: Die touristische Erschließung der Alpen war der Grund dafür. 1885 schon machten Einheimische und frühe Touristen in St. Anton in Vorarlberg die ersten Schwünge. Hier sind die Bundesländer mit den längsten Pisten (am PC bitte mit der Maus ansteuern): Viel Freude!

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