Europas Verteidigungskraft scharf stellen

Die NATO als Verteidigungsbündnis hält nicht mehr, deshalb muss Europa seine Stärken entdecken und geopolitisch ins Feld führen, sagt die Politologin Jana Puglierin im Pragmaticus-Podcast.

Soldaten an der Küste in Schleswig Holstein. Das Bild illustriert einen Artikel über Europas Verteidigungskraft.
Zu Land, zu Wasser und zu Luft: Europa muss sich für Angriffe rüsten, weil Russland ein Aggressor und die USA nur bedingt mehr ein Verbündeter ist. Aufrüstung beginnt beim Mindset, sagt die Politikwissenschaftlerin Jana Puglierin und meint auch nukleare Sicherheitsstrategien. © Getty Images

Die Zeiten, als Europa sich unter dem Schutzschirm der NATO wähnte und sich auf das Bekenntnis zu Frieden verlassen konnte, sind Vergangenheit. Das signalisieren die USA seit langem und Präsident Donald Trump bringt es drastisch zum Ausdruck. Diese Gangart wird bleiben, ist sich die deutsche Politikwissenschaftlerin Jana Puglierin vom „European Council of Foreign Affairs“ sicher. Konkret, sagt sie, setzen die aktuellen Großmächte ihre imperialistischen Pläne um und alles, was in solchen Zeiten zählt, ist die eigene Wehrhaftigkeit. Wenn die Macht des Stärkeren regiert, muss sich die EU neu erfinden und auf eine gemeinsame geopolitische Strategie setzen.

Was da dazu gehört? Vor allem und zuerst das entsprechende Mindset, dass es sich tatsächlich um eine bedrohliche Situation handelt, sagt Puglierin. Ist das einmal verinnerlicht, werden gemeinsame Verteidigungsstrategien, Aufrüstung auf allen Ebenen und das Entdecken von Narrativen der Stärke folgen, ist sie überzeugt, mahnt aber vor den vielen Hürden. Die Feinde von Europas Verteidigungskraft sind nicht nur Mächte von außen, sondern kommen auch von innerhalb der EU.

Puglierin kennt deren Argumente und hat Antworten parat. Und sie erzählt nicht nur von den Lücken, sondern auch von den vielversprechenden Verteidigungsprojekten innerhalb der Europäischen Union.

Ein Podcast über Europas Verteidigungskraft

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In dieser neuen weltpolitischen Lage wird es für Europa nicht ohne nuklearen Schutz gehen.

Jana Puglierin über die Aufrüstung Europas
Porträt von Jana Puglierin.
Politologin Jana Puglierin

Über Jana Puglierin

Jana Puglierin ist eine deutsche Politikwissenschaftlerin mit den Schwerpunkten deutsche, europäische und globale Sicherheitsthemen, Verteidigung und Leiterin des Think-Tanks European Council on Foreign Relations (ECFR) in Berlin.

Ihr Werdegang: Sie ist in Siegen geboren und aufgewachsen und studierte von 1998 bis 2003 PolitikwissenschaftÖffentliches Recht und Soziologie an der Universität Bonn und erhielt ihren Masterabschluss mit Bestnote. Im Rahmen ihrer Promotion an der Universität Bonn beschäftigte sie sich mit dem Leben und Denken des Politikwissenschaftlers John H. Herz und forschte u. a. auch in den Vereinigten Staaten. Sie war wissenschaftliche Mitarbeiterin und Lehrbeauftragte am Lehrstuhl für Politikwissenschaft und Zeitgeschichte sowie im Studiengang Nordamerikastudien an der Universität Bonn. Danach leitete Puglierin das Alfred von Oppenheim Center for European Policy Studies der Deutschen Gesellschaft für Ausländische Politik (DGAP) und forschte im Rahmen des Berlin Future Forums.

Wer verteidigt Europa von Jana Puglierin.

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