Liberal, digital, fatal

Globalisierung, Landflucht und Social Media geben dem Rechtspopulismus Aufwind. Das bringt vor allem den Liberalismus in Gefahr, sagt Buchautor Fritz Jergitsch im Pragmaticus-Podcast.

Die Illustration zeigt eine Frau, die schreit. Das Bild illustriert einen Artikel darüber, dass der Liberalismus in Gefahr ist.
Empörung ist die Triebkraft für Social Media. Das ist das Problem des Liberalismus. Ein rationales Weltbild ist weniger laut. © Getty Images

Wer im digitalen Zeitalter Politik macht, kann das nicht mehr ohne Social Media tun. Doch wer dort wirklich reüssieren will, setzt vor allem auf Empörung. Es ist das Gefühl, das am besten mobilisiert. Und genau das machen rechtspopulistische Parteien sehr erfolgreich. Differenzierte Darstellung, rationales Denken und liberale Positionen geraten ins Hintertreffen, stellt der Buchautor Fritz Jergitsch in Heulen hilft uns auch nicht weiter (Residenz Verlag) fest.

Aber nicht nur das. Jergitsch Diagnose geht viel weiter. Eine immer größer werdende Gruppe von Menschen fühlt sich von den aktuellen weltpolitischen Entwicklungen überrollt. Die Globalisierung hat den Arbeitsmarkt in vielen Ländern gesprengt, die Produktion von Waren ist in weiten Teilen nach Asien transferiert worden. Ein weiteres Phänomen ist die Landflucht; die Lebenswirklichkeiten zwischen der Stadtbevölkerung und denen, die am Land leben, ist komplett unterschiedlich und die Basis für die gesellschaftliche Spaltung. All diese Faktoren zusammen betrachtet, sind die Ursache dafür, warum sich immer mehr Menschen autoritären Führern zuwenden, weil die sagen, wo es lang gehen soll und das Gefühl von Ermächtigung vermitteln. Donald Trump verkörpert viele dieser Entwicklungen.

Jergitsch verteidigt in diesem Buch Vernunft und rationales Denken und sucht nach Lösungen. Denn das digitale Zeitalter erfordert ein radikales Umdenken, neue Strategien und Optimismus, damit liberale Werte wieder erstrebenswert werden. Insofern versteht er sein Buch als Plädoyer für die Freiheit, die er auch in diesem Podcast verteidigt

Ein Podcast über Liberalismus in Gefahr

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Wenn wir uns auf diese Grundaufgabe der Maximierung von persönlicher Freiheit wieder fokussieren wollen, dann haben wir keine andere Wahl als uns zu überlegen, wie wir den digitalen Raum gestalten.

Fritz Jergitsch, Gründer von Die Tagespresse
Porträt von Fritz Jergitsch
Buchautor Fritz Jergitsch © Ingo Pertramer

Über Fritz Jergitsch

Fritz Jergitsch hat in Utrecht Volkswirtschaft studiert und 2013 die Satire-Plattform Die Tagespresse gegründet. Dort wird „Jeden Tag eine Nachricht, die nicht stimmt“ publiziert, die 500.000 Menschen monatlich abrufen. Als online-only Medium ist Fritz Jergitsch auch ein Experte für Social Media geworden. Und er ist Buchautor. 2001 hat er Die Geister, die ich teilte veröffentlicht. Letztes Monat ist Heulen hilft uns auch nicht weiter erschienen.

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