Freiheitsstatue von den USA an der Donald Trump zieht.

Trump – na und?

250 Jahre nach ihrer Gründung haben die USA dank Donald Trump ein Imageproblem wie schon lange nicht mehr. Höchste Zeit, an die Vorzüge jenes Landes zu erinnern, in dem die Freiheit ihre Heimat hat und die Demokratie unzerstörbar ist.

Seit am 4. Juli 1776 dreizehn Kolonien ihre Unabhängigkeit erklärten, haben die Vereinigten Staaten mehr Menschen angezogen, mehr Reichtum geschaffen und mehr globale Stabilität gesichert als jede andere Nation der Geschichte. Diese Überlegenheit ist das Ergebnis robuster Institutionen und geografischer Vorteile, aber vor allem einer Kultur aus Unternehmergeist und Risikobereitschaft, die einen Staat geschaffen hat, der aus jeder Krise gestärkt hervorgeht. Müsste man die Idee hinter den USA in einem einzigen Wort zusammenfassen – es würde Freiheit lauten. Vielleicht erklärt gerade das das Unverständnis, mit dem man in Österreich und Deutschland auf Amerika blickt. Denn Freiheit bedeutet auch Verantwortung – für das eigene Leben und den eigenen Erfolg, Scheitern inbegriffen.

Freiheit ist auch das zentrale Thema des Essays von Leon de Winter. Die USA sind für den Bestseller-Autor das größte, beeindruckendste Experiment der Menschheitsgeschichte. Eindrucksvoll beschreibt er, wie die Idee der Vereinigten Staaten von Amerika 1781 in der Schlacht von Yorktown beinahe gestorben wäre, bevor sie überhaupt zum Leben erwacht war. Es kam bekanntlich anders. Und so begründen die einleitenden Worte der Unabhängigkeitserklärung seit 250 Jahren den American Dream: „All men are created equal. They are endowed by their Creator with certain unalienable Rights, that among these are Life, Liberty and the pursuit of Happiness.“

„Mal verstehen sich die USA als Weltpolizist, mal überlassen sie die Welt sich selbst“, beschreibt der Politologe Herfried Münkler das Hin und Her zwischen Isolationismus und Interventionismus, das die amerikanische Außenpolitik von Anfang an geprägt hat. Was das mit Stachelschweinen gemeinsam hat, lesen Sie in seinem Report. Aus der Sicht Münklers ist Donald Trump eine Katastrophe für die USA und die weltpolitische Ordnung: Trump hat die Pax Americana beendet, ob die Welt nach ihm je wieder zur früheren Ordnung unter amerikanischer Führung finden wird, ist fraglich.

Wie immer sich die geopolitischen Verhältnisse in Zukunft gestalten mögen – einst wird auch Donald Trump nur ein US-Präsident unter vielen gewesen sein. Dafür sorgt schon der funktionierende Rechtsstaat: Trump hat allein in seiner zweiten Amtszeit mindestens 61 Klagen gegen seine Regierung rechtskräftig verloren, über 160 seiner Maßnahmen sind von Gerichten vorläufig blockiert. Die Stärke der amerikanischen Republik beruht nicht auf einzelnen Personen, die ein Amt bekleiden, sondern auf der Stärke ihrer Institutionen. Seit 250 Jahren hat kein Despot regiert und kein Tyrann die Macht an sich gerissen, trotz Kriegen, Wirtschaftskrisen und gesellschaftlichen Umbrüchen. Warum die amerikanische Republik auch künftig Bestand haben wird, beschreibt die Politikanalystin Diane Katz.

Die USA sind vertraut – und doch radikal anders: ein Kulturraum voller eigener Logiken, Widersprüche und oft schwer verständlicher Selbstverständlichkeiten. Diese 20 Fakten zeigen, wie Politik, Alltag und Mentalität einer Supermacht wirklich funktionieren – vom Sheriff bis zum Gesundheitssystem.

Am schlechten Image der USA ändern weder ihre historischen Verdienste um die Freiheit Europas etwas, noch ihre institutionelle Stabilität oder ihre wirtschaftlichen Erfolge. In der Pragmaticus-Umfrage sieht eine Mehrheit der Österreicher die USA als größte Bedrohung für den Weltfrieden. Russland folgt im Ranking der Superschurken erst an zweiter Stelle. Was möglicherweise mehr über die mediale Berichterstattung aussagt als über die USA.